NABU- Gruppe Zweibrücken

 

 

Protokoll der Jahreshauptversammlung am 07.03.2017 von 19.30 bis 21.45  im Vereinsheim des TV Niederauerbach am Badeparadies

 

 

Teilnehmerzahl 25 Mitglieder der Ortsgruppe Zweibrücken (damit stimmberechtigt), ferner Herr Bernd Schellhas aus Weilerbach vom Landesvorstand des NABU

 

Leitung der Sitzung: Vorsitzender Dr. Gerhard Herz, Zweibrücken. Beginn mit der Vorstellung der Tagesordnung.

 

 

TOP 1: Tätigkeitsbericht

 

Die Vogelstimmenwanderung im Trualbtal am 26.04.2016 fand mit 11 Teilnehmern statt und erwies sich als sehr ergiebig. Zur naturkundlichen Wanderung am Zaun des ehemaligen Flugplatzes kamen 27 Teilnehmer. Der Familiennachmittag des NABU im Imkerheim fand Zuspruch von 19 Teilnehmern. Gut besucht war die Fledermausnacht am 26.08.2017. Die schon zur Tradition gewordene Exkursion zum Kranichzug vom 28. bis 31.10.2016 an den Lac du Der fand mit 13 Teilnehmern statt. Es konnten nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden. Der  Vortrags- und Diskussionsabend zum Thema Jagd und Naturschutz war fast bis auf den letzten Platz gut besucht. Ebenso voll war der Saal beim Vortrag der Schülerin Anna Müller über Schmetterlingsvorkommen in der Südwestpfalz am 21.02.2017.

 

Zu den Arbeitseinsätzen erschienen jeweils 12 bis 15 Mitglieder, so dass die Arbeit effektiv war. Erfasst wurden 391 Arbeitsstunden.

 

Es fanden 8 Vorstandssitzungen statt.

 

Erstellt wurden Umweltgutachten betreffend Projekte am Fasaneriewald, auf der Pottschütthöhe, am Buchenwaldhof. Umfangreich gutachterlich bearbeitet wurde das Thema Windenergie mit den Standorten Renkersberg, Weiße Trisch, mehreren Projekten auf der Sickinger Höhe und im Landkreis Südwestpfalz.

 

Die Ganzjahresbeweidung des NABU- eigenen Feuchtgebietes  Mauschbacher Bruch wurde fortgesetzt. Die Pferde wurden an den Reiterhof Reister abgegeben, da sich ihre Haltung am genannten Standort nicht bewährt hatte. Die Rinderherde wurde auf 12 Tiere verkleinert. Zur Verjüngung des Bestandes und zum Erhalt der genetischen Vielfalt wurde der Kaufvertrag für einen  Stier aus Frankreich unter Dach und Fach gebracht, der im März 2017 der Herde zugestellt werden soll.

 

Begonnen wurde mit einer in der Intention durchaus offensiven Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Windkraftanlagen, nachdem offenbar wurde, dass bestimmte Standorte ablehnende fundierte Gutachten und valide Stellungnahmen aufgrund ministerieller Anweisungen und Vorgaben übergangen worden waren. Speziell in Bezug auf die möglicherweise geplanten Anlagen im Dörrenbachwald hat der Vorstand ein Maßnahmenbündel erarbeitet, das demnächst in einer Pressekonferenz öffentlich gemacht werden soll mit dem Ziel, das einmalige und schützenswerte Gelände mit unter anderem einem ausgedehnten Waldmeister- Buchenwald- Biotop, altem Baumbestand (Buchen), weiterem Vorkommen seltener Tiere und Pflanzen und nicht zuletzt archäologischen Fundstätten den Folgegenerationen zu erhalten.

 

Als Kompensation für die Schließung des Flughafens Zweibrücken soll das Stadtumland touristisch und wirtschaftlich erschlossen werden im Sinne eines „sanften Tourismus“.  Diese Aufgabe nimmt professionell die Firma Experconsult wahr. Dazu leistet der NABU einen Beitrag, indem er aufgrund seiner speziellen Kenntnisse auf Naturbesonderheiten hinweist. Zu dem bezuschussten Projekt eines Naturparks trägt der NABU in der Weise bei, dass Pläne für eine Biosphärenbrücke zwischen den Biosphärenreservaten Bliesgau und Pfälzerwald/Nordvogesen mit durchgehenden Premiumwanderwegen nördlich und südlich der Autobahn A8 ausgearbeitet und mit den Anliegergemeinden abgesprochen werden.

 

Bezüglich der Sondergenehmigung zwecks Sonderbebauungsplan des Buchenwaldhofgeländes (Pferdewirtschaft und Reiterbetrieb) wurde der NABU um Stellungnahme gebeten. Die Forderungen des NABU wurden rein formal berücksichtigt und in das Genehmigungsverfahren mit aufgenommen. Offene Frage  bleibt aber das erhöhte Verkehrsaufkommen über die Wattweiler Höhe und damit durch das Schutzgebiet des Mornellregenpfeifer- Rastplatzes, das zum Teil direkt der Erweiterungsmaßnahme geschuldet und damit unvermeidlich ist. Hier laufen Verhandlungen, wie man zumindest den gesetzeswidrigen Privatverkehr durch vermehrte behördliche Kontrollen einschränken kann.

 

Der NABU ist entschlossen, am sogenannten PIKS teilzunehmen. Darunter versteht man die Herausnahme von Feldrandstreifen aus der Bewirtschaftung unter Bezug eines Ausgleichs für entgangene Ernte. Dieser Ausgleich wird dem teilnehmenden Landwirt von der Theysohn- Stiftung gewährt. Die Ausgleichszahlung kann nicht von der Stiftung direkt an den Landwirt ausgezahlt werden, sondern die Zahlung geht zunächst an eine anerkannte Umweltorganisation, hier NABU, und wird dann weitergegeben. Für den Verein ist dies bilanzneutral und gefährdet nicht den Status der Gemeinnützigkeit, bedeutet aber administrative Mehrarbeit. Die Maßnahme ist auf 5 Jahre begrenzt. Der Landwirt ist nicht verpflichtet, die Ödflächen Jahr für Jahr an ein und derselben Stelle einzurichten. Darin liegt der entscheidende Nachteil. Langfristig geplant sind jedoch Ausgleichsflächen für den Flächenverbrauch durch Windkraftanlagen. Diese könnten in der Tat, da langfristig angelegt, das Landschaftsbild in der vom NABU gewünschten Weise, nämlich Errichten ausreichend breiter Heckenrandstreifen, verändern. Der NABU Zweibrücken verspricht sich von der Teilnahme am PIKS- Programm eine Anschubhilfe, die dann Früchte tragen kann, wenn definitiv Ausgleichsflächen vorgehalten werden müssen. Dies wurde im Vorstand eingehend diskutiert und beschlossen. Die Flächen müssen von jeglichem Düngereintrag freigehalten und bezüglich der Pflanzen- und Tierwelt fortlaufend kartiert werden. Landwirt Lehmann vom Heidelbinger Hof wird mit zwei Flächen von je 2.5 und 1.5 ha den Anfang machen.

 

Der Vorstand hat sich eingehend mit den radikalen Rodungen in der Gemarkung befasst, vor allem zu nennen der Flusslauf der Bickenalb, der Radweg in Althornbach, die Autobahnauffahrt Ixheim  und Hecken bei Kleinsteinhausen. Recherchen von Gerhard Herz haben ergeben, dass der Landesverein Mobilität als Verantwortlicher für die Verkehrssicherheit mangels eigener Kapazitäten Aufträge pauschal an Privatfirmen abgegeben hat, die dies als Freibrief für unangemessene Rodungen unter der Maxime einer gewinnorientierten Holzgewinnung genommen haben und den Besitzern der Grundstücke als Gegenleistung kostenfreie Baumfällungen anbieten konnten. Die Vergabe von Aufträgen ändert nichts an der Verantwortlichkeit, die nach wie vor beim Auftraggeber liegt. Dieser hat dafür Sorge zu tragen, dass §2 des Landesnaturschutzgesetzes eingehalten wird. Dagegen wurde eklatant verstoßen, so dass die Sache der Oberen und Obersten Naturschutzbehörde und dem Landesverband des NABU zur Kenntnis gebracht wird.

 

Gerhard Herz ging noch einmal auf die Interessentenlisten ein, in die interessierte Mitglieder sich eintragen können und so bei NABU- Aktionen wie Kartierung, Erfassung, Arbeitseinsätze und spontane Exkursionen rasch per Rundmail benachrichtigt werden können.

 

Der NABU Zweibrücken hat derzeit 1461 Mitglieder. Die Mitgliedsbeiträge werden zu einem großen Prozentsatz an den Bundesverband abgeführt, der große überregionale Aufgaben zu stemmen hat, unter anderem eine Rücklage für eine mit der Errichtung von Windkraftanlagen zusammenhängende Klagekasse.

 

Die NAJU Zweibrücken trifft sich einmal im Monat im Imkerheim. Die Altersstruktur betrifft die Spanne zwischen 5 und 15 Jahren, was allein schon einen hohen Anspruch an die 4 Betreuer/Innen stellt. Nach der Erfahrung bricht die Aktivität im Alter von 14 bis 17 Jahren weg. Es fehlt ein sinnvolles Angebot für kleine Gruppe älterer Jugendlicher bis hin zum jungen Erwachsenenalter. - Wolfgang Rapp bietet an, im kommenden Herbst die NAJU zum Apfelsaftpressen nach Großbundenbach einzuladen und dabei über Streuobstwiesen zu erzählen und diese zu zeigen.

 

Der Fledermausbeauftragte Franz Kinkopf berichtet über einen von ihm beobachteten Rückgang des hiesigen Fledermausbestandes. So hat er im Rahmen der Fledermausnacht nur ein Exemplar der Bechstein- Fledermaus erfassen können. Er hat mehrere Anrufe wegen aufgefundener geschwächter Fledermäuse erhalten. Die Ursache für dieses Phänomen sieht er in den umfangreichen Rodungen z.B. im Luitpoldpark. Er berichtet darüber, dass auch andere Arbeitskreise, z.B. Harthausen in der Vorderpfalz, einen Rückgang um ca. 30% innerhalb des letzten Jahres erfasst haben. Positiv aufgenommen wurde ein Vortrag von ihm vor dem Obst- und Gartenbauferien Hornbach. In Dellfeld konnte er aktive Hilfe bei einer Haussanierung anbieten. Das Büro Dr. Müller hat Ultraschall- Erfassungsgeräte im Bereich Wahlerhof und Bickenalbtal aufgestellt, dies offenbar im Zusammenhang mit der Erkundung des Geländes Dörrenbachwald als möglicher Standort für Windkraftanlagen. Die Erfassung ging über zwei Jahre und befindet sich derzeit im Stadium der Auswertung. Um die Ergebnisse will er sich bemühen.

 

 

 

TOP 2 Kassenbericht.

 

Dieser liegt in Kopie bei. Der Bericht wurde von der Kassenwartin Ulrike Behr erstellt und weist eine positive und in sich stimmige Bilanz auf. Beide Kassenprüfer, Günter Saalfeld und Ingrid Satory,  bescheinigen eine exakte und absolut einwandfreie Kassenführung und sprechen Ulrike Behr ein Lob dafür aus.

 

Im Einzelnen hat sich im Lauf des Jahres 2016 der Bestand von 13550.13 Euro auf nunmehr 22853.82 Euro erhöht. Diese hohe Summe erklärt sich daraus, dass ein Investitionsstau eingetreten ist. Für 2017 stehen hohe Ausgaben an, die mit dieser finanziellen Rückendeckung nun angegangen werden können: Der bereits erwähnte neue Stier mit 1760 Euro plus Nebenkosten, ein Trittschutz für die Tiere im Sumpfgelände unterhalb des Gerhardsbrunnens, der Kauf eines Grundstücks von 1.3 ha Größe als Ergänzung zum Mauschbacher Bruch, das Flurstück Nr. 376 mit 6271 Quadratmetern aus dem Besitz der Firma TRIWO, welches in der Mitte der NABU- eigenen Winterweide gelegen ist, ein Geräteschuppen (für die für Arbeitseinsätze benötigten Arbeitsgeräte), eine neue Motorsense.

 

 

TOP 3 Entlastung des Vorstands

 

Anschließend fand die Entlastung des Vorstands statt. Die 5 Vorstandsmitglieder enthielten sich der Stimme, alle anderen 20 stimmberechtigten Teilnehmer stimmten geschlossen für die Entlastung des Vorstands.

 

 

TOP 4 Satzungsänderung

 

Auf den NABU Zweibrücken kommt das Problem eines Generationswechsels zu. Es soll vermehrt jüngeren Mitgliedern Einblick in die Vorstandsaufgaben ermöglicht, diese bei Interesse an eine Vorstandstätigkeit herangeführt werden. Dies kann am sinnvollsten über eine Aufstockung der Zahl der Beisitzer (mit Stimmrecht) und einen aktuellen Gegebenheiten entsprechend rasch durch den Vorstand einzuberufenden Beirat geschehen. Deshalb hat der Vorstand beschlossen, der Mitgliederversammlung zwei Vorschläge zur Satzungsänderung zur Diskussion und Abstimmung vorzulegen. Satzungsänderungen bedürfen der Zweidrittelmehrheit der erschienenen Mitglieder.

 

1. Der §9 Abs.3 der Satzung lautet bisher:“ Der Vorstand der Ortsgruppe setzt sich zusammen aus ... nach Bedarf...bis zu 3 Beisitzern“. Beantragte Änderung: „Bis zu 6 Beisitzern“. Der Antrag wird zur Diskussion gestellt. Es ergeht keine Meldung. Der Antrag wird einstimmig angenommen.

 

2. Der §10 (Beirat) lautet bisher: „Zur Unterstützung des Vorstandes kann von der Mitgliederversammlung ein Beirat gewählt werden“. Beantragte Veränderung: „ Der Vorstand kann Mitglieder und Fachleute in einen Beirat berufen“.  Der Antrag wird zur Diskussion gestellt. Es ergeht keine Meldung. Der Antrag wird eistimmig angenommen.

 

 

 

TOP5 Verschiedenes

 

Hinweis auf die Landesvertreterversammlung am 25. 03.2017 in Mainz mit der Bitte um Teilnahme und Wahrnehmung des Stimmrechts.

 

Hinweis auf eine Veranstaltung am 24.05.2017 zum Thema Gewässerentwicklung in Neustadt.

 

Vortrag von Herrn Bernd Schellhas, der auch dem Vorstand des NABU- Landesverbandes angehört,  aus der Arbeit der NABU- Gruppe Weilerbach. Berührt werden dabei folgende Themen: Wenig Interesse an der NABU-Arbeit beim jugendlichen Nachwuchs, in Weilerbach begegnet man dem durch monatliche Treffen in einer auf die Belange Jugendlicher ausgerichteten Gruppe. Problem der Gemeinnützigkeit angesichts einer vollen Kasse der NABU- Gruppe Zweibrücken: Ansparen zwecks Bewältigung besonderer Aufgaben wie aktuell dargestellt ist über einen kurzen Zeitraum hinweg zulässig. Windräder: Ein starker NABU ist eine Institution, deren sachlich begründetes mögliches Veto ein politisches Gewicht erhält. Von daher ist auch der Einsatz professioneller Werber zur Steigerung der Mitgliederzahl gerechtfertigt. Offene Frage: Wie rekrutiert man junge Aktive?

 

 

TOP5 Bilder aus dem Vereinsleben

 

 von Franz Kinkopf von einer beeindruckenden Vielfalt seiner ornithologischen Beobachtungen, dargestellt wie ein Quiz, ferner ein Video über die Fütterung einer gestrandeten Bechstein- Fledermaus. Angesichts der fortgeschrittenen Zeit wurde die Darstellung der Fotos von der Exkursion zum Lac du Der auf einen separaten Termin im Sinne eines Nachtreffens vertagt.